Innehalten

Veröffentlicht am Posted in Erfüllendes Tun, Erkennen, Uncategorized

Unser Handeln ist immer von Beobachtungen begleitet. Wir handeln, andere handeln, wir handeln gemeinsam mit anderen, und wir und die anderen beobachten uns dabei. Doch jenseits von aktivem Handeln und Beobachten gibt es ein stilles Beobachten. Ich sitze in einem Konzert, höre Musik und beobachte meine Empfindungen. Ich sitze in einem Café, lege alles beiseite, die Zeitung, den Stift, und beobachte, wie Leute kommen und gehen, lasse meinem Geist und meinen Empfindungen freien Lauf und werde ganz ruhig und bemerke kaum, wie die Zeit vergeht.

Jenseits vom Getümmel der Welt, im Zustand des achtsamen Innehaltens und absichtslosen Leiseseins klärt sich der Geist von selbst und wird empfangsbereit.



Meinungsfreiheit pflegen

Veröffentlicht am Posted in Uncategorized

Diskussion und Debatten wagen
Abweichende Ideen würdigen
Unterscheidungen herausarbeiten
Kritik wertschätzen
Minderheitenmeinungen schützen
Offenheit zum Gegensätzlichen praktizieren

und alle Attacken gegen die Freiheit der Meinungen bekämpfen

(Frei nach Marion Gräfin Dönhoff, Herausgeberin der Zeit)

Die Seele als Verbindung von Gefühl und Verstand

Veröffentlicht am Posted in Erfüllendes Tun, Leib&Seele, Resonanz&Mitgefühl, Uncategorized

Angenommen das, was wir Seele nennen, wäre etwas, das zwischen Gefühl und Verstand vermittelt. Etwas das verbindet. Unsere Seele bezöge sich dann auf das Körperliche, wäre aber selbst körperlich nicht lokalisierbar.

Immerhin wäre der „Seelenarzt“ dann jemand, der versucht, seine Klienten in einen Zustand zu versetzen, in dem sie ihre Gefühle und ihren Verstand (wieder) verbinden können. Auf eine neue, überraschende, angemessene, vielleicht passende Weise.

Mir gefällt dieser Gedanke, weil er ganz gut beschreibt, was ich tue. Auch wenn die Rede von der Seele etwas altmodisch klingt.

„Das Glücksversprechen der Harmonie ist nicht dem Verstand allein abzuringen, die Seele gehört dazu, eine Vorstellung, die wir in unseren Wissenschaften verloren haben, die Seele als ein zwischen dem Gefühl und dem Verstand Vermittelndes“

(Uwe Timm, Ikarien, S. 460)

Rilke über Geduld und Entwicklung

Veröffentlicht am Posted in Entwicklung, Uncategorized

Was mich bewegt
von Rainer Maria Rilke

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen –
und dann
Gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit …
Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Sinn ist nicht vorgegeben, Sinn entsteht durch Kommunikation

Veröffentlicht am Posted in Sinn&Hoffnung, Uncategorized

Was ist der Sinn des Lebens? Die Frage ist ziemlich groß, und kann sehr unterschiedlich beantwortet werden. In großen Entwürfen, auf der Suche nach absoluten Wahrheiten, lauert Gefahr! Für den Hausgebrauch des Pragmatikers reicht es aus, sich die Frage zu stellen, welchen Sinn, welche Bedeutung, wir  einer Situation jetzt geben wollen – nachdem bestimmte Ereignisse, aus welchen Gründen auch immer, zu der Situation geführt haben. Sinn entsteht, indem Menschen, miteinander sprechend, Sinn verleihen.